Die Entwicklungen seit mehr als 10 Jahren zeigen, dass der Eventlärm und die Verkehrs- und Besucherströme nur eine von vielen Begleiterscheinungen der rund um das Hofgut und die Reitsportanlage großflächig angesiedelten Gewerbe-, Restaurations- und Freizeitbetriebe ist.
Es geht um den sukzessiven Ankauf und die Umnutzung von Immobilien, Höfen und Flächen zu Event-, Gastronomie-, Hotel- und Reitsportlokalitäten sowie Firmenerweiterungen mit neuen Sparten. Dieser gravierende Strukturwandel mit Wachstumschancen für die Gewerbebetriebe einerseits ist eine städtebauliche Fehlentwicklung zulasten der Wohnbevölkerung und deren Lebensqualität andererseits.
Der Schererhof – 2010 aufgekauft von Andreas Pohl (Vorstandsvorsitzender der „Deutsche Vermögensberatung AG, DVAG) – bestand ursprünglich aus einem Wohnhaus und mehreren landwirtschaftlichen Gebäuden.
Zu den sukzessive entstandenen Gewerbe-, Restaurations- und Freizeitbetrieben gehören diverse Hofgut-Eventlocation (Betreiber: VILA VITA Marburg) wie z.B. die große Eventscheune, die sog. Kulturscheune (Eventscheune Nr. 2), umfangreiche Außenanlagen und Außenterassen, das Landhotel, die "Gutsgeist" Destille und "Braufrisch" Brauerei, ein Hofladen, die landwirtschaftliche Produktion, das Restaurant Waldschlösschen und der Kitchen Club (siehe o.a. Abb.)
Zu allen erdenklichen Anlässen können hier Privatpersonen, Gruppen und große Gesellschaften, Firmen und/oder DVAG-Mitarbeiter/-innen Essen, Tagen und Feiern!
Hinzu kommen die jährliche Landpartie, Konzerte und die unzähligen saisonalen Märkte: Frühlingsmarkt, Ostern, Erdbeerfest, Herbstmarkt, Adventsmarkt, Weihnachtsmärkte an allen Adventswochenenden ...
Luftbild 2025 Hofgut & Reitsportanlage Luftbild 2010 Schererhof & Landwirtschaftsfächen
Der Mengelhof – 2018 aufgekauft von Andreas Pohl (Vorstandsvorsitzender der „Deutsche Vermögensberatung AG, DVAG) – bestand ursprünglich aus sechs Gebäuden, wovon fünf komplett abgerissen worden sind. Das denkmalgeschützte Herrenhaus und die große denkmalgeschützte Scheune sollten im sanierten Zustand erhalten bleiben. Im April 2024 wurde die große Scheune rechtswidrig abgerissen.
2021 hat die Stadt den umstrittenen Bauantrag eines großes Hotel-, Gastronomie- und Konferenzkomplexes genehmigt.
2023 wurde eine Tektur in ein großes Boardinghouse beantragt. Der aktuelle Sachstand ist unbekannt.
Beschluss des Ortsbeirats zur Sanierung Gesamtanlage Im Dorfe 7 (Hof Mengel), hier: Nutzungsänderung von Hotel zum Boardinghouse/Tektur
https://dagobertshausen.de/wp-content/protok/Protokoll_07-11-2023.pdf
2020 wurde ein Wohnhaus von Unternehmerfamilie Pohl aufgekauft. Diese Immobilie befindet sich in für die Betreiber "strategisch" günstiger Lage neben dem Waldschlösschen und der Kulturscheune.
Dem avisierten Umbau des Wohnhauses folgte ein überwiegender Abriss. Zudem zeigt das Luftbild 2025 (rechts unten), dass das aktuelle Ausmaß der im Bau befindlichen Trattoria mit zusätzlichen Anbauten sehr viel mehr Grundfläche beansprucht als das ursprüngliche Wohnhaus und extrem nah an das Bestandsbäude (Kulturscheune) heran gebaut wird.
Ehemaliges Wohnhaus, Dagobertshäuser Str. 6 (vorher, Abrissarbeiten, Umbau)
Ablehnender Beschluss des Ortsbeirats zum Bauantrag zur „Umnutzung einer Verkaufsstätte zu einer Produktionsstätte mit Verkaufsraum und Gaststätte“(Dagobertshäuser Str.6)
https://dagobertshausen.de/wp-content/protok/Protokoll_26-09-2023.pdf
500 Gäste damals, 2.500 Besucher heute, die 11. Landpartie habe sich zum „wohl bedeutendsten Food-and-Wine-Festival Deutschlands gemausert ..."
Logistik für diese Veranstaltung: Über 300 Mitarbeitende im Einsatz, 30.000 Teller werden gereicht, 1.000 Töpfe benutzt, mehr als 3.000 Meter Stromkabel verlegt, 1.500 Stühle, 400 Stehtische und 200 Bänke aufgestellt, dazu 25 individuelle Koch- und Präsentationsstationen aufgebaut – und 15 Speisen- und Feinkost-Unternehmen sowie mehr als 20 internationale Weingüter liefern Waren an.
Kaderschmiede für den Spitzensport: Trainingszentrum Dagobertshausen
Dagobertshausen – ein kleiner Ort am westlichen Rand des Marburger Rückens. Nur fünf Kilometer trennen den kleinen Ort von der lebendigen historischen Studentenstadt. Doch die Nähe zu Marburg ist nicht alles, was der kleine Ort zu bieten hat – er ist inzwischen weltweit bekannt als hochkarätiges Trainingszentrum für den internationalen Springsport. Hier arbeiten und trainieren die Teilnehmer und Sieger von Nationenpreisen, Europameisterschaften und Weltcup Finals. ...
... „Ursprünglich war lediglich ein kleiner Privat-Stall für die Tochter der Familie Pohl und ihre Freundin geplant – doch dann hat sich alles anders entwickelt. ..."
Sukzessive Erweiterung der Reitsportanlage
2013 rd. 4 ha
2015 erweitert auf rd. 8 ha
2021 Änderungsantrag Erweiterung um rd. 11 ha
Die ursprünglich als kleine, für die Enkel angekündigte Reithalle vergrößerte sich innerhalb weniger Jahre zur Reitsportanlage Hofgut Dagobertshausen GmbH & Co. KG (Eigentümerfamilie Pohl), ausgelegt als internationales Trainingszentrum. Die weitläufige Anlage umfasst eine Reithalle 65 m x 25 m, Paddockboxen, Spring- und Abreitplatz, Hippodrom, Longierhalle, Wasserlaufband, Equine Spa, Solarien, Paddocks und Weiden.
Weiterer Bestandteil ist der Handel mit Pferden und Verkaufsvermittlung an internationale Kunden.
2019 sind mehrere internationale Springreiter mit Pferden zugezogen, die sich in Dagobertshausen mit neuen Firmeneintragungen selbständig gemacht haben.
Die Informationen der Unternehmen zur geplanten Erweiterung der Reitsportanlage in Richtung Elnhausen sind eher spärlich und irreführend. Der aktuelle Sachstand zum u.a. Änderungsantrag ist unbekannt.
Im Zuge des Änderungsantrags zur erneuten Erweiterung der Reitsportanlage zum Regionalplan Mittelhessen wurde jüngst eine erneute Erweiterung von Stellplatzflächen beantragt. Der aktuelle Sachstand ist unbekannt.
Im Jahr 2013 wurde die Stellplatzanlage für 44 PKW ausgelegt. Der 2015 neu entstandene Großparkplatz umfasst 314 PKW und 10 LKW, von den Planern als vollkommen ausreichend für Hofgut und Reitsportanlage beurteilt. Hinzu kommen weitere Stellplätze im Bereich des Waldschlösschen und der Reitsportanlage.
Mit den zahlreichen Großevents geht regelmäßig auch ein Parkchaos einher, welches bis nach Elnhausen zu spüren ist. Der ursprüngliche Shuttlebus-Service wird nicht angenommen und wurde eingestellt. Seit Jahren ist Wildes Parken auf der angrenzenden Wiese bei den diversen Großevents erlaubt.