Stadtteilinitiative

... will

  • informieren,
  • die weitere Expansion der Freizeitindustrie im Ort verhindern und 
  • zur Erhaltung der Wohn- und Lebensqualität in Dagobertshausen beitragen. 

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Präsentation: Stadtteilinitiative Leben und Wohnen in Dago
Von der Entstehung bis heute
Stadtteilinitiative Leben und Wohnen in
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Offener Brief an OB Spies zum Widerspruch

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Widerspruch eingelegt gegen die Genehmigung des Bauantrags Sanierung, Umbau und Umnutzung Gesamtanlage Hof Mengel, Im Dorfe 7

Die Bauaufsicht der Stadtverwaltung Marburg (Fachbereich: Planen, Bauen, Umwelt) hat die Stadtteilinitiative Leben und Wohnen in DAGO mit Schreiben vom 21.04.2021 (Eingang 26.04.2021) darüber informiert, dass die Genehmigung des o.a. Bauantrags am 30. März 2021 erteilt worden ist.  Zudem wurde mitgeteilt, dass der genehmigte Bauantrag nur marginale Unterschiede zum ursprünglichen Bauantrag (09/2019, d.h. 18monatige Prüfung!) enthalten würde. 

 

Gegen die o.a. Baugenehmigung ist am 30.04.2021 von einigen Anwohner*innen aus Dagobertshausen ein umfangreich begründeter Widerspruch bei der Bauaufsicht der Stadtverwaltung Marburg eingelegt worden. Der Widerspruch hebt insbesondere ab auf die Drittbetroffenheit als Nachbarn, die Verletzung bzw. Beeinträchtigung diverser subjektiver Rechte durch den Betrieb des projektierten Hotel- und Konferenzbetriebs im Kontext der Gesamt-Unternehmungen großflächig ausgedehnter, unterschiedlicher Eventeinrichtungen, die äußerst fragliche Gebietsverträglichkeit und strukturelle Veränderung des Stadtteils Dagobertshausen sowie die fehlende Abwägung bzw. zweckwidrige Ermessensentscheidung der Baubehörde. 

 

Der bisherige Ortsbeirat hatte den Bauantrag in seiner differenziert begründeten Stellungnahme vom 31.10.2019 eindeutig abgelehnt, die Ablehnung hatte jedoch augenscheinlich keine Berücksichtigung bei der Genehmigung gefunden. Daher wurde der neu amtierende Ortsbeirat aufgrund des erneuten Handlungsbedarfes um eine zeitnahe Reaktion an die Bauaufsicht bzw. eine erneut ablehnende Stellungnahme zur Baugenehmigung sowie insbesondere um eine Gesprächsanfrage bei der Magistrats- und Verwaltungsspitze gebeten.

Mengelhof wird abgerissen - Ortsbeirat hatte zuvor seine Zustimmung gegeben

Mengelhof: Abriss (12.04.2021)
Mengelhof: Abriss (12.04.2021)

Bauantrag zum Mengelhof-Hotel-/Konferenz- Komplex ohne wesentliche Änderung genehmigt

Nur eine Woche nach der OB-Stichwahl hat die Stadt bzw. die Bauaufsicht am 30.03.2021 (mit verspätetem Eingang beim OBR am 19.04.2021) ihre Genehmigung zu dem Bauvorhaben Hotelkomplex Mengelhof erteilt. Zufall? Wohl kaum. Seit anderthalb Jahren existierte der Antrag ohne veröffentlichte Informationen zum Sachstand. Das o.a. Schreiben an den Ortsvorsteher dazu: Ein Zweizeiler. Mit keiner Silbe ist man auf die erheblichen Bedenken des Ortsbeirats bzw. seine Ablehnung des Bauantrags vom 31.10.2019 eingegangen.

 

Die Stadtteilinitiative wurde entgegen anders lautender Absprachen und Zusagen seitens OB und BM Stötzl gar nicht informiert.1) Ebenso sind die Zusagen der städtischen Entscheidungsträger, dass „wir Ihre geäußerten Bedenken und Anregungen in die weitere Prüfung einbeziehen werden“, nicht eingehalten worden. Wäre nicht ein Mitglied der Stadtteilinitiative in den neu konstituierten Ortsbeirat (OBR) gewählt geworden, hätte man von der Genehmigung höchstwahrscheinlich nicht einmal innerhalb der Widerspruchsfrist (von einem Monat) Kenntnis erhalten.

Man hatte ja nie den Eindruck gehabt, dass die Hofgutbetriebe einen transparenten und fairen Umgang mit der Bevölkerung von Dagobertshausen pflegen. Jetzt aber entsteht zusätzlich der Eindruck, dass auch die Stadt, der Magistrat und die Verwaltung ein falsches Spiel betreibt.

 

Fragwürdig auch das (Nicht)Handeln des bisherigen OBR: Hatte der ausgeschiedene Ortsbeirat im Nachgang zu seinem o.a. Widerspruch weitere Maßnahmen und Interventionen eingeleitet, wurden Gespräche in der Sache geführt und warum fehlte der Ortsvorsteher in der damaligen Sitzung des Bauausschusses? Hat der ausgeschiedene OBR eine Antwort des Magistrats oder Zwischenberichte etc. auf seinen Widerspruch erhalten bzw. eingefordert? Was ist eigentlich in den ganzen 1 1/2 Jahren passiert (von dem gescheiterten Versuch einer Mediation im Jahr 2020 einmal abgesehen)?

 

Jetzt kann also der völlig überdimensionierte Hotelkomplex gebaut werden. Es gibt aber kaum jemanden im Ort, der das im vorgesehenen Umfang möchte. Trotz 18monatiger Prüfung beinhaltet der genehmigte Bauantrag nur marginale Unterschiede zum ursprünglichen Bauantrag. Dem Vernehmen nach soll mit dem Neubau aber erst im nächsten Jahr begonnen werden. Es bleibt also noch etwas Zeit zum Handeln. Was ist dabei vom neu gewählten Ortbeirat zu fordern bzw. zu erwarten?

  1. Als erstes müsste der OBR eine weitere ablehnende Stellungnahme zum genehmigten Bauantrag sofort auf den Weg bringen. Falls dies innerhalb von 6 Wochen nach Zusendung des Schreibens nicht geschieht, gilt dies als fiktionale Zustimmung zu dem Bauvorhaben!
  2. Die gewählten Mitglieder des Ortsbeirats könnten und sollten als betroffene Privatpersonen einen Widerspruch gegen Bauantrag stellen. Das wäre rechtlich möglich und hätte eine große Symbolwirkung
  3. Es sollte ein „Krisen-Gespräch“ gesucht werden – und zwar schleunigst – und zuallererst mit der Magistrats- und Verwaltungsspitze der Stadt, um weitere Fehlentwicklungen im Ortskern zu vermeiden: „Angesichts dessen erachten wir die Schaffung einer Planungsgrundlage als sinnvoll. Ein Bebauungsplan für den bisher nicht überplanten Innenbereich des Dagobertshäuser Ortskerns könnte transparente Regelungen bzw. Festsetzungen hinsichtlich der Bebauung innerhalb der Ortslage schaffen und aufkommende Konflikte entschärfen. Insbesondere Fragestellungen des Charakters potenzieller gewerblicher Nutzungen im Ortskern können hier geregelt werden. Ein Bauleitplanverfahren würde darüber hinaus die Beteiligung sowohl der örtlichen Bevölkerung als auch des Ortsbeirats umfassen,“ schrieb der Sprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (Stadtverband Marburg), Christian Schmidt am 10.März 2021 der Stadtteilinitiative. Dem stimmt die Stadtteilinitiative vollinhaltlich zu. Entsprechend sollte der OBR dies jetzt aufgreifen!

Der neu gewählte Ortsbeirat muss jetzt sofort und nachdrücklich handeln und die Versäumnisse aus der Vergangenheit aufarbeiten und für die Zukunft die richtige Weichenstellung gewährleisten. Es ist aller höchste Zeit!

 

 

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 1) Das Informations-Schreiben zur Baugenehmigung hat die Stadt nach telefonischer Rücksprache inzwischen nachgeliefert (Eingang 26.04.2021).  

 



Sitzung des Ortsbeirats am 15.04.2021

 

Kommentierende Kurzinformation zur konstituierenden Sitzung des Ortsbeirates Dagobertshausen am 15. April 2021, 19:00 Uhr, Bürgerhaus Wehrshausen

 

Zu TOP 2/3/4   Wahl des Ortsvorstehers, Stellvertretenden Ortsvorstehers und Schriftführers

Dr. Thomas Rautenberg führte als neu gewähltes Mitglied des OBR konsequenterweise aus, dass er Peter Reckling nicht als Ortsvorsteher für die bevorstehende Amtsperiode wählen werde. Begründung: Überaus kritischer Erfahrungshintergrund der Stadtteilinitiative mit dem Ortsvorsteher und bessere Eignung von Philippe Mund für die Funktion bzw. erforderliche Neuausrichtung des OBR. Sein Kompromissvorschlag einer Teilung der OV Amtszeit (1. Hälfte Reckling, 2. Hälfte Mund) wurde von Peter Reckling mit Hinweis auf das Stimmenverhältnis der Wahl abgelehnt.

Ergebnis: Ortsvorsteher Reckling (2 Ja-Stimmen, 1 Nein-Stimme), Stellvertretender Ortsvorsteher Mund (3 Ja-Stimmen), Schriftführer Dr. Rautenberg (3 Ja-Stimmen)

 

Zu TOP 6 Stellungnahme zum Verkauf von (Wald)Flurstücken

Der seitens der Stadt geplante (Wald-)Grundstücksverkauf wurde vom neu konstituierten OBR ablehnt, da das Grundstück offensichtlich nur einem der angrenzenden Eigentümer angeboten wurde. Es gibt zwei direkte Anlieger, deren Namen Herr Reckling aus Datenschutzgründen nicht öffentlich nennen wollte (Lt. Dr. Rautenberg ist das Hofgut Dagobertshausen einer der Eigentümer).

Das Beispiel verdeutlicht – ebenso wie aktuelle Anzeigen zur Suche nach Grün- und Ackerland – die weiteren Expansionsbestrebungen der örtlichen Gewerbebetriebe. "Derzeit beträgt die Gesamtfläche zirka 100 Hektar … 50 Hektar Ackerland, 5 Hektar Grünland und 45 Hektar Wald …“, so Landwirt H. Eden, Hofgut Dagobertshausen.

Als äußerst problematisch ist die Rolle der Stadt Marburg zu werten, die die Eigentümer der Gewerbebetriebe gegenüber anderen Interessenten zu begünstigen scheint.

 

Zu TOP 8 Verschiedenes

Im Vorfeld der OBR-Sitzung hatten Vertreter*innen der Stadtteilinitiative dem OBR die nachfolgenden Fragen zugeleitet:

1.       Wie ist der Sachstand des Baugenehmigungsverfahrens zu einem Hotel-, Restaurant- und Konferenzkomplex Im Dorfe 7 (ehemaliger Mengelhof)?

2.       Wie ist das Ergebnis der vom Ortsbeirat geforderten archäologischen Sicherheitsgrabung unter Aufsicht des Denkmalschutzes (siehe Vorgaben des Denkmalschutzes zur Abrissgenehmigung)?

3.       Welche weiteren „sieben Bauanträge" liegen der Stadt vor (s. OP-Artikel vom 02. März: „Richtungsentscheidung in Dagobertshausen“, Auskunft der Stadt Marburg auf OP-Anfrage)?

 

Ortsvorsteher Reckling verfügte über keinerlei Informationen zu den Fragen 1 und 3. Auf Anregung von Herrn Dr. Brazel, sicherte er aber zu, sich als Ortsbeirat bei der Stadt zeitnah kundig zu machen. Für das weitere zielgerichtete Vorgehen betonte Frau Göbel-Lehnert, dass nach vielfältigen Absichtserklärungen (z.B. Bauausschuss-Sitzung Febr. 2020, Vorortdialog mit OB Dr. Thomas Spies Sept. 2020) nunmehr endlich Magistrat und Stadtverwaltung ihre Steuerungsverantwortung für eine systematische und ausgewogene Stadtteilentwicklung incl. Bebauungsplan mit Rahmenvorgaben im historischen Ortskern wahrnehmen müssen. Dies sei vom OBR vehement einzufordern.

 

Gesamteinschätzung und Empfehlung:

Neben dem erkennbaren Bemühen der Verantwortlichen, sich auf die neue Ortsbeirats-konstellation einzulassen, wurde die noch nicht abgeschlossene „Verarbeitung“ („Wir hatten uns im alten Ortsbeirat eingerichtet …“) in wiederholten Spitzen von ausscheidenden Mitgliedern des OBR gegenüber der Bürger*innenliste Leben und Wohnen in DAGO oder der noch vorübergehenden Fortführung von Zuständigkeiten deutlich.

Für die zukünftigen OBR-Sitzungen werden neben der frühzeitigen proaktiven Informations-beschaffung bzw. fundierten Vorbereitung (z.B. bezüglich Sachstandsanfragen) auch eine stringente Sitzungsleitung mit ausgewogener Rollenverteilung empfohlen.

 

 

Ute Göbel-Lehnert, Dr. Dieter Brazel

 



Dank und Kommentar zur Wahl

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

liebe Nachbarn,

 

heute wende ich mich einmal als neu gewähltes Mitglied des künftigen Ortsbeirats (OBR) von Dagobertshausen an Sie bzw. Euch und möchte dies vorweg mit einem herzlichen Dank verbinden, an all diejenigen, die unsere Bürger*innenliste - oder vielleicht sogar mich selbst persönlich gewählt haben. Dieses Ergebnis ist zweifelsfrei ein riesiger Erfolg für unsere Liste bzw. die Stadtteilinitiative Leben und Wohnen in DAGO und entspricht auch meiner bzw. unserer Zielvorgabe.

 

Auch mit den erhaltenen 31% der abgegebenen Stimmen können wir erst einmal zufrieden sein. Man muss aber dazu sagen, dass die andere Liste (Dagobertshausen) das große Glück hatte, dass die Wahl zeitlich in eine Phase fiel, in der Corona-bedingt seit nunmehr einem Jahr nahezu vollständige Ruhe auf den Hofgut-Betrieben herrscht. Hätten die Wählerinnen und Wähler den üblichen Trubel im Ort vor Augen und Ohren gehabt, wäre das Wahlergebnis sicherlich noch besser für uns ausgefallen, behaupte ich. Das ist auch als Hinweis an die andere Liste zu verstehen: Sie müsste ein ureigenes Interesse an der Einhegung der örtlichen Freizeitindustrie haben, wenn sie in der Wählergunst nicht noch weiter zurückfallen will. Es hat mit der zurückliegenden Wahl ein gravierender Personalwechsel im Beirat stattgefunden, und das ist Auftrag und Chance zugleich für eine Veränderung der bisherigen OBR-Politik.

 

Mehr Rückschau möchte ich an dieser Stelle gar nicht betreiben.

 

Der Wahlkampf ist jetzt vorbei und hoffentlich - damit einhergehend - auch das Gerede von der angeblichen Polarisierung und Spaltung des Ortes. Es gibt nämlich m.E. – bei aller Gegensätzlichkeit der Meinungen – nicht nur unüberbrückbare Gräben zwischen den beiden Listen, sondern auch einige Gemeinsamkeiten, auf die jetzt zuvorderst das Augenmerk zu richten ist (ich komme darauf zurück).

 

Eine Dagobertshäuserin schieb uns in ihrer Glückwunsch-Mail: „Tom, Peter und Philippe ... das könnte ein richtig guter OBR werden!“ Darin drückt sich die berechtigte Erwartung nach einem funktionierenden Ortsbeirat aus, einem Beirat, der gemeinsam etwas bewirkt für den Ort und der sich nicht in internen Streitereien aufreibt. Ich werde mich nach Kräften bemühen, diesem Anspruch gerecht zu werden.

Was wiederum nicht bedeuten soll, dass ich nicht zu 100% auch weiterhin für das einstehen werde, was zuvor seit fast drei Jahren durch die Stadtteilinitiative bzw. zuletzt durch die Bürger*innenliste gefordert und vertreten worden ist. Und das steht - wie gesagt - nicht immer im unüberbrückbaren Widerspruch zur anderen Liste. Zwei Beispiele dafür:

 

  1. Auch die Liste Dagobertshausen ist gegen die vorgelegten Pläne / Bauanträge zum Um- und Ausbau des ehemaligen Mengelhofs zu einem völlig überdimensionieren Hotel- und Konferenzzentrum, welches „den Charakter nicht nur dieses Grundstücks, sondern auch … des gesamten Stadtteils Dagobertshausen völlig verändern würde.“ (OBR-Protokoll v. 31.10.2019). Der künftige Ortsbeirat kann mithin gemeinsam gegen diese Pläne vorgehen - auch rechtlich – sofern nicht noch ein wesentlich verändertes Konzept vorgelegt wird.
  2. Der Vorschlag, die seit Jahren schwelenden Konflikte im Ort mit den Hofgutunternehmen in einer gemeinsamen Mediation zu bearbeiten, wurde und wird auch von der Stadtteilinitiative / Bürger*innenliste mitgetragen. Sie hat dazu auch keine Bedingungen gestellt (wie fälschlich behauptet worden ist), sondern alle im Schreiben der Stadt formulierten Voraussetzungen akzeptiert, um daneben verhandelbare Anregungen zu formulieren, über die man miteinander sprechen kann. Fast alle Beteiligten (zuletzt der OB, der Ortsvorsteher, die Stadtteilinitiative …) bedauern und verstehen nicht, warum es nicht zu dieser Mediation gekommen ist. Allerdings mit der AusnahmeHofgut-Betriebe Dagobertshausen, die offensichtlich kein Interesse an einer Einhegung ihrer Expansionsbestrebungen besitzen. Und hier liegt das eigentliche Problem[1]. Auch deshalb ist hier nach meiner Meinung die Stadt gefragt. Sie verfügt über die erforderlichen Mittel z.B. der Planung und der Stadtentwicklung, die geeignet wären, diese Blockade aufzubrechen (vgl. hierzu auch das bestätigende aktuelle Schreiben von Christian Schmidt, Stadtverordneter und Sprecher des Parteivorstands BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN an uns -> weiter unten auf dieser Seite).

Zwei Beispiele, die zeigen, dass der künftige Ortsbeirat durch gemeinsames Handeln viel Gutes für Dagobertshausen bewirken könnte.

Bitte begleiten Sie mich auf diesem Weg und fordern Sie mit mir ein, dass Dagobertshausen (auch nach Corona) ein Ort zum Leben und Wohnen bleibt.

 

Beste Grüße

 

Gez.

Ihr Thomas Rautenberg

 

 


 

[1] Zur verengten Sichtweise des Geschäftsführers von Hofgut Dagobertshausen vgl. unseren Kommentar zum OP-Artikel vom 02.03. 2021: „Richtungsentscheidung in Dagobertshausen“.

 



Ergebnis: Ortsbeiratswahl Dagobertshausen 2021

(vom 17.03.2021  13.00 Uhr)

Information über das Endergebnis nach  Auszählung aller Stimmen (siehe nachfolgende Schaubilder).

 

Siehe auch Webseite der Stadt:

 

https://votemanager-gi.ekom21cdn.de/2021-03-14/06534014/html5/Ortsbeiratswahl_Hessen_304_Ortsbezirk_Dagobertshausen.html

 

Wir bedanken ganz ganz herzlich bei all unseren Wählerinnen und Wählern!!

 

Kommentierung und Berichterstattung  -> s. oben



Email von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN  Stadtverband Marburg

Gesendet: Mittwoch, 10. März 2021 

 

"Sehr geehrter Herr Dr. Rautenberg,

sehr geehrte Frau Göbel-Lehnert,

sehr geehrter Herr Dr. Brazel,

(...)

Die Situation in Dagobertshausen ist uns durch den Austausch sowohl mit Ihnen als auch mit dem Ortsvorsteher bekannt und Ihre Bedenken nehmen wir ernst.

Angesichts dessen erachten wir die Schaffung einer Planungsgrundlage als sinnvoll. Ein Bebauungsplan für den bisher nicht überplanten Innenbereich des Dagobertshäuser Ortskerns könnte transparente Regelungen bzw. Festsetzungen hinsichtlich der Bebauung innerhalb der Ortslage schaffen und aufkommende Konflikte entschärfen. Insbesondere Fragestellungen des Charakters potenzieller gewerblicher Nutzungen im Ortskern können hier geregelt werden.

Ein Bauleitplanverfahren würde darüber hinaus die Beteiligung sowohl der örtlichen Bevölkerung als auch des Ortsbeirats umfassen.

 

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

 

Christian Schmidt

Stadtverordneter

Sprecher des Parteivorstands

 

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Stadtverband Marburg"



Mehrgenerationenplatz

Mit Verwunderung sehen wir statt einer großzügigen Grünfläche mit Sitz- und Spielmöglichkeit ein Gesamt(kunst)werk aus (Beton-)Stein und Metall(Käfig) kurz vor Fertigstellung. Leider weder einladend, noch naturnah, noch bauökologisch nachhaltig, noch ausreichend barrierefrei. Dafür unter dem Anspruch Mehrgenerationenplatz ca. 400.000€ auszugeben, ist mehr als nur schade!

Mehrgenerationenplatz Dagobertshausen
Mehrgenerationenplatz Dagobertshausen




Lesen Sie auch unseren Kommentar zu den OP-Artikeln auf: Veröffentlichungen



Zum Bauantrag im Oktober 2019 „Umbau des ehemaligen Hof Mengel zu einem Hotel-, Restaurant- und Konferenzkomplex“ hatte der Ortsbeirat (OBR) am 31.10.2019 folgenden Beschluss gefasst: „Nach sorgfältiger Abwägung der Interessen des Bauherrn einerseits und der Bevölkerung des Stadtteils Dagobertshausen andererseits kann er (der Ortsbeirat) der vorgelegten Planung aus folgenden Gründen nicht zustimmen: Die beantragte Nutzungsänderung des bisherigen landwirtschaftlich genutzten Hofgrundstücks würde den Charakter nicht nur dieses Grundstücks, sondern auch – in Zusammenschau mit der bereits durchgeführten faktischen Nutzungsänderung des Hofguts (Im Dorfe 14) – des gesamten Stadtteils Dagobertshausen völlig verändern … .“



MEINUNG:

Die Big Five der eklatanten Widersprüche in Dagobertshausen … 

 

Die auf den verschiedenen Seiten eingestellten Hintergrundinformationen leisten einen Beitrag dazu, dass Sie sich eine eigene Meinung bilden können!

 

Nr. 1 Geheimprojekt Fortschreitende Expansion der Freizeitgewerbebetriebe

 

Stadt Marburg auf OP-Anfrage (03/2021): … Im Laufe der Jahre gab es insgesamt 28 Bauanträge, weitere sieben neue Bauanträge liegen der Stadt derzeit vor ... .

 

OB Dr. Thomas Spies (09/2020) „... Das ist so Schritt für Schritt gewachsen ... Da ist nicht ein Plan da gewesen, wir setzen jetzt ein Eventzentrum ins ruhige beschauliche Dagobertshausen. Das hätte ja nie ein Mensch gemacht. … wie sorgt man jetzt dafür, dass die Interessen der Dagobertshäuser so gut wie möglich gewahrt werden. (...) Ich glaube, wir sollten  ́mal zu einem abgeschlossenen Plan kommen, ja, was eigentlich noch drin sein soll und was nicht und dann ist auch ́mal gut. Man muss da ́mal zu einer Klärung kommen ... ."

 

Nr. 2 Geheimprojekt Bauantrag des ehemaligen Hof Mengel zu einem Hotel-, Restaurant- und Konferenzkomplex

 

Stadt Marburg auf o.a. OP-Anfrage: Dafür hat die Stadt nach eigenen Angaben noch keine Genehmigung erteilt. „Das Objekt wird nach geltenden rechtlichen Vorschriften bewertet“, erklärt Birgit Heimrich, Pressesprecherin der Stadt. „Das heißt: Wenn dem Bauvorhaben keine öffentlich-rechtlichen Vorschriften entgegenstehen, muss die Stadt die Genehmigung erteilen.“

 

Fachbereich 6 Planen, Bau, Umwelt (07/2020): „Wir hatten Ihnen in unserem gemeinsamen Gespräch am 13.12.2019 zugesagt, dass wir Ihre geäußerten Bedenken und Anregungen in die weitere Prüfung einbeziehen werden. … Auch heute ist die Prüfung noch nicht gänzlich abgeschlossen, zumal wir immer wieder mit Änderungsvorschlägen konfrontiert werden. …"

 

Bürgermeister Wieland Stözel, Bauausschuss (02/2020):„ … Von der Nutzung aus bau- und verwaltungsrechtlicher Sicht sehen wir überhaupt keine Einwände für einen Hotelbetrieb; die Frage des Bauordnungsrechts (Wo kann eine Gaube rein, wo nicht; wo kann ein Balkon rein?) – das ist alles noch zu klären, deswegen ist auch noch kein Bescheid ergangen ….“

 

Nr. 3 Zahlen-Daten-Fakten … oder die Kunst der Verniedlichung?

 

Hierbei stehen sich die beteiligten Akteure – Magistrat, Stadtverwaltung, Ortsbeirat und Investoren – überwiegend um nichts nach.

 

Geschäftsführer Michael Hamann, Vila Vita Gastronomie & Handels GmbH (03/2021): Zu den rd. 80.000 Besuchern in 2018 : „Ich weiß nicht, wo sie diese Zahlen herhaben wollen – das ist totaler Nonsens. ... Wir bringen Lebensqualität in diese Region.“ … „und wir entwickeln dieses Areal zu etwas Schönem.“ 

 

OB Dr. Thomas Spies (09/2020): „Richtig ist ..., dass sich in Dagobertshausen aus der Weiterentwicklung eines kleinen Restaurants, dem Waldschlösschen, und dem daneben liegenden Hof jetzt sich doch ein sehr erfolgreicher und relativ großer gastronomischer Betrieb entwickelt hat. So, und das ist für die Menschen in Dagobertshausen eine erhebliche Belastung … und wenn viel los ist, schon eine erhebliche Belästigung ….“

 

Baudezernent Wieland Stötzel (02/2020): „Wir sehen keine Bedenken gegen Umnutzung, es ist ja ein bestehender Hof, gegenüber ist ein Hotel- und ein Eventzentrum, keine Sache, die man ablehnen kann, von der Größenordnung ist es – glaube ich – auch in verträglichem Maße; ob dadurch Verkehr angezogen wird, ist eine Frage, die man unterschiedlich bewerten kann … alles nichts, was aus unterer Sicht besonders besorgniserregend wäre.

 

OV Peter Reckling, 2020: „Da kann vielleicht sogar eine Gegenbewegung entstehen, die ruhesuchenden Hotelgäste beschweren sich bei den Party-Gästen des Hofguts."

 

Nr. 4 Geheimprojekt Neue Stall-Anlage ohne Zielabweichungsverfahren!

 

OBR-Sitzung (09/2020): „Der Fachdienst Bauaufsicht hat mitgeteilt, dass die Baugenehmigung für das Bauvorhaben Neubau einer Stallanlage am 20.07.2020 unter Auflagen erteilt wurde."

 

Große Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Frage 8 (02/2020) betr.: Beurteilung der angestrebten Erweiterung des Hofguts Dagobertshausen: Ist von Seiten des Investors eine weitere Ausdehnung des Freizeit- und Gastronomiebetriebs, bspw. in Richtung Elnhausen, vorgesehen bzw.  wurden entsprechende Überlegungen oder Planungen an den Magistrat und die Stadtverwaltung herangetragen?  Gibt es dazu bereits Kontakte mit dem RP Gießen, der in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit eines Zielabweichungs- bzw.  Erweiterungsverfahrens hingewiesen hatte?

Antwort des Magistrat zu Frage 8 (03/2020): „Erweiterungsabsichten hinsichtlich der Gastronomie sind dem Magistrat nicht bekannt. Das Regierungspräsidium hat mitgeteilt, dass Erweiterungen bezüglich einer landwirtschaftlichen bzw.  pferdesportlichen Nutzung eines Zielabweichungsverfahrens vom bestehenden Regionalplan bedürften.“

 

Nr. 5 Offenheit, Dialog, Mediation, Moderation … „Man sollte das Gespräch suchen …"

 

Fehlanzeige bis zum heutige Tage – auch hierbei stehen sich der beteiligten Akteure – Magistrat, Stadtverwaltung, Ortsbeirat und Investoren – um nichts nach!



Hofgut Dagobertshausen, Reitsportanlage Dagobertshausen, Waldschlösschen Dagobertshausen ... die Freizeitindustrie expandiert !

Hofgutkomplex & Reitsportanlage in Dagobertshausen (mit jüngsten Bauanträgen Hof Mengel, rechts und neuer Stallanlage, links)
Hofgutkomplex & Reitsportanlage in Dagobertshausen (mit jüngsten Bauanträgen Hof Mengel, rechts und neuer Stallanlage, links)
Reitsportanlage Dagobertshausen Entwicklung
Reitsportanlage Dagobertshausen Entwicklung

Aktuelles zur Expansion der Freizeitgewerbebetriebe in Dagobertshausen – Anfragen an Bauaufsicht, Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung und Ortsbeirat

Aus aktuellem Anlass – bevorstehender Abriss von Gebäudeteilen ehemaliger Mengelhof und umstrittener Bauantrag vom 31.10.2019 sowie Baugenehmigung einer weiteren Stallanlage ohne Zielabweichungsverfahren – hat die Stadtteilinitiative am 21.02.201 ihre Anfrage vom 14. November 2018 an die in der Stadtverordnetenversammlung Marburg vertretenen Fraktionen erneuert.

Obwohl dem Magistrat und den zuständigen Fachdiensten der Stadtverwaltung die Gesamtsituation hinlänglich bekannt ist, wurde bisher weder regulierend eingegriffen noch eine ausgewogene Stadtteilentwicklung eingeleitet. Diesbezügliche Anfragen seit Mitte letzten Jahres bei der Stadtverwaltung blieben allesamt unbeantwortet. Im Schreiben vom 28.07.2020 hatte der Leiter des Fachbereichs 6 Walter Ruth (Planen, Bau, Umwelt) u.a. mitgeteilt: „Wir hatten Ihnen in unserem gemeinsamen Gespräch am 13.12.2019 zugesagt, dass wir Ihre geäußerten Bedenken und Anregungen in die weitere Prüfung einbeziehen werden. … Auch heute ist die Prüfung noch nicht gänzlich abgeschlossen, zumal wir immer wieder mit Änderungsvorschlägen konfrontiert werden. …“ Die Informationsbitte der Stadtteilinitiative am 18.02.2021 an den Ortsvorsteher Peter Reckling ergab: „…Mit dem Bau einer Stallanlage hat der Ortsbeirat sich 2020 in öffentlicher Sitzung in zwei Sitzungen beschäftigt. Die Stellungnahmen sind dokumentiert. Dazu verfügt der Ortsbeirat über keine neuen Nachrichten – ebenso nicht über Verfahren des RP Gießen. ... Über die Genehmigung des Bauantrages verfüge ich über keine Informationen .… von meiner Seite habe ich keine weiteren Informationen zum besagten Sachstand mitzuteilen."

 

Näheres zu unserer Anfrage finden Sie hier: Politik & Verwaltung



Berichterstattungen der Oberhessischen Presse

Siehe Ordner Veröffentlichungen



Letzte Meldungen



Flop des Jahres 2020: Die Mediation

25.02.2020: Stadt bietet Mediationsverfahren im Stadtteil Dagobertshausen an

19.03.2020: Stadt zieht ihr Mediations-Angebot überraschend wieder zurück

Der Ortsbeirat will die jahrelangen Konflikte um die Expansion der örtlichen Freizeitindustrie im Wege einer Mediation lösen - und scheitert. Der Grund: Es fand keinerlei Dialog zu den zu Beteiligenden statt. Stattdessen wurde einseitig entschieden, mitgeteilt und wieder verworfen. Magistrat und Ortsbeirat beteuern am Ende ihr Bedauern über das Scheitern und ihre ungebrochene Entschlossenheit zum Dialog. Kein großes - aber exemplarisches Polit-Theater aus Marburg.

Ausführliche Berichterstattung dazu siehe Ordner Politik & Verwaltung

Das Video zum Flop des Jahres: Die Mediation



Stadt beschließt Sanierung aller Bürgerhäuser

Marburg ist Universität, Marburg ist Stadt – und Marburg ist Dorf. Rund 12.000 der Einwohner*innen Marburgs leben in den dörflichen Außenstadtteilen. Gerade die Bürgerhäuser sind dort oftmals Orte des Miteinanders. Deshalb will die Stadt nun auf der Basis eines großangelegten Entwicklungskonzepts die Bürgerhäuser in den jeweiligen Stadtteilen sanieren, teilweise auch abreißen und neu bauen.

 

Fast alle Marburger Außenstadtteile: Bauerbach, Bortshausen, Cyriaxweimar, Dilschhausen, Elnhausen, Ginseldorf, Gisselberg, Haddamshausen, Hermershausen, Michelbach, Moischt, Ronhausen, Schröck und Wehrshausen – verfügen über ein Bürgerhaus.

 

Warum aber nicht in Dagobertshausen? 



Bericht über die Gründungsversammlung zur Aufstellung der Bürger*innenliste Leben und Wohnen in DAGO

Anwesend waren 13 Mitglieder / Einwohner*innen der Stadtteilinitiative Leben und Wohnen in DAGO .

Gewählt wurden in geheimer Abstimmung mit jeweils 12 Stimmen Mehrheit (bei einer Enthaltung) in absteigender Reihenfolge:

 

1.     Dr. Thomas Rautenberg

2.     Ute Göbel-Lehnert

3.     Dr. Dieter Brazel.

Ausführlicher Bericht siehe Ordner Bürger*innenliste Leben und Wohnen



"Vorortdialog Elnhausen / Dagobertshausen"

am 30.09.2020, 19-21:00 Uhr

Vorortdialog Dagobertshausen / Elnhausen 30.09.2020
Vorortdialog Dagobertshausen / Elnhausen 30.09.2020

Diese nichtssagende / vielsagende Video-Aufzeichnung stellte die Stadt Marburg zur Verfügung.

 https://flashlight.video/vorortdialog/   

 

Interessant für Dagobertshausen ab Minute: 1. 44 

 

Ausführliche Berichterstattung siehe Veröffentlichungen



Entwurf eines Grundsatzpapiers zum Regionalplan Mittelhessen (RPM) 2020 bekannt geworden (30.09.2020)

Im Entwurf eines Grundsatzpapiers für die Regionalversammlung werden Gebiete (u.a.) für Dagobertshausen ausgewiesen, für die sich die Stadt Marburg eine „Zurückstellung der Belange Landwirtschaft, Klima. Regionaler Grünzug (zum Zwecke der) … Eigenentwicklung von Siedlung und Gewerbe“ wünscht. Zu beachten sind die lila Umrandungen rund um den Hofgutkomplex ( Hofgut Dagobertshausen, Reitsportanlage Dagobertshausen, Waldschlösschen Dagobertshausen ), parallel zum Unteren Schlehdornweg bzw. Flachpfuhl und für das Gebiet Weidenbrunkel.

 

Ausführliche Berichterstattung siehe Veröffentlichungen

 



Buch zu Dagobertshausen im Büchner-Verlag erschienen

Buch Büchner Verlag
Dagobertshausen Ausverkauf eines Dorfes?

THOMAS RAUTENBERG, UTE GÖBEL-LEHNERT

DAGOBERTSHAUSEN

Ausverkauf eines Dorfes?

140 Seiten, 15 x 22 cm, Klappenbroschur
ISBN 978-3-96317-206-9 (Print)
19,00 € (print)
ISBN 978-3-96317-736-1 (ePDF)
14,99 € (ePDF)

© Büchner-Verlag, Marburg Juli 2020.

Dagobertshausen – ein Ortsteil im Westen von Marburg – droht erstickt zu werden: erdrückt von den Zumutungen der ortsansässigen Freizeitindustrie, einer beispiellosen Expansion von großformatigen Unterhaltungsbetrieben und von dem Geschäft der vorhandenen Locations, die jährlich viel Lärm und Verkehr sowie Besuchermassen in den kleinen Ort schwemmen.

Ute Göbel-Lehnert und Thomas Rautenberg, die beide seit Jahrzehnten in Dagobertshausen leben, veranschaulichen, wie der Ort von einer einzelnen Investorenfamilie in knapp zehn Jahren zu einem Freizeitpark verwandelt wurde, ohne Rücksicht auf die Bewohner_innen und mit willfähriger Unterstützung durch Politik, Verwaltung und den Ortsbeirat. Analysiert wird der Strukturwandel, aber auch der gewachsene Widerstand, der sich dagegen formiert und der die Gefahren einer weiteren Zerstörung der Wohn- und Lebensqualität des Ortes benennt.

Das regionale Beispiel ›Disneyland Dagobertshausen‹ wird in überörtliche Trends moderner Freizeit- und Tourismusindustrie eingeordnet, die sich mit den Begriffen Overtourism, Eventtourismus, Freizeitkollaps oder Business Travel überschreiben lassen. So will es weit über den Ort hinaus sensibilisieren, für gesamtgesellschaftliche Problemlagen und mögliche Strategien und Initiativen im Umgang damit.

Zitat: »Wir wollen uns nicht mehr zurückhalten, denn Zurückhaltung war hier viel zu lange angesagt. Sie hat unter anderem bewirkt, dass die Freizeitindustrie der örtlichen Gewerbebetriebe in Ruhe expandieren konnte – und den einst beschaulichen Ort explosionsartig zu einem Event-Zentrum veränderte.«

Das Buch kann im Buchhandel oder aber über das Internet in unterschiedlichen Formaten (print oder ePDF) bestellt werden. Entweder über den Büchner-Verlag direkt: https://www.buechner-verlag.de/buch/dagobertshausen/

oder andere bekannte Plattformen (z.B.: amazon.de etc.): 

https://www.amazon.de/Dagobertshausen-Ausverkauf-Dorfes-Ute-G%C3%B6bel-Lehnert/dp/3963172061

https://www.lehmanns.de/shop/sozialwissenschaften/53781897-9783963172069-dagobertshausen

 

Eine aktuelle Besprechung zum Buch finden Sie unter dem Link:

 

https://www.das-marburger.de/2020/08/buchbesprechung-dagobertshausen-ausverkauf-eines-dorfes-monopoly-im-marburger-land-in-zeiten-des-finanzmarktkapitalismus/

Interview zum Buch Dagobertshausen - Ausverkauf eines Dorfes in der Zeitschrift OXI

Wie Dagobertshausen zum Freizeitpark wurde

Ute Göbel-Lehnert und Thomas Rautenberg über die Folgen von »Overtourism« in einem Marburger Stadtteil und dörfliche Idylle-Vorstellungen als Kulisse für Investoreninteressen

Von Sigrun Matthiesen

 

https://www.neues-deutschland.de/artikel/1140894.wie-dagobertshausen-zum-freizeitpark-wurde.html

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Weitere Rezension des Marburger Historikers Klaus-Peter Friedrich

Bis vor zehn Jahren war Dagobertshausen ein beschaulicher Ortsteil im Westen von Marburg. Alteingesessene Dorfbewohner und zugezogene Familien, die dort hatten bauen lassen, genossen zwischen Wiesen, Feldern und Wald die Ruhe und den hohen Erholungswert ihrer Wohnumgebung. Doch seither hat das 350-Seelen-Dorf das Interesse eines mächtigen Investors erregt, der Liegenschaften erworben und großzügig umgestaltet hat. Er verfügt heute über ein Drittel der Flächen.
Investiert wurde ganz zeitgemäß in das Gewerbe Freizeitindustrie. Ausgehend von einem wohlklingenden „Hofgut“ hat der Familienkonzern von Reinfried Pohl und seinen Söhnen Tourismusbedürfnisse (durch Werbung) erzeugt und gleichzeitig befriedigt: mit einem gehobenen Hotel- und Gaststättenbetrieb, einer mehrfach erweiterten Reitsportanlage samt großflächigem Parkplatz. Alles war darauf angelegt, in großer Zahl wohlhabende Feierwillige, Eventgierige und auf sportliche Vergnügungen Erpichte aus Nah und Fern anzuziehen – und man setzt auf weitere Expansion, um die geschaffenen Kapazitäten nun auch auszulasten.

Im Dorf mit seinen engen Straßen führt der plötzliche und überdimensionierte Fremdenverkehr regelmäßig zum Kollaps. Der damit einher gehende Lärm raubt den Anwohnern den Schlaf.
Ute Göbel-Lehnert und Thomas Rautenberg, die seit langem in Dagobertshausen leben, stellen fest, dass ihr Wohnort „nach nur einer knappen Dekade nicht mehr wiederzuerkennen ist“ (S. 11). Dies hat sie dazu bewegt, in der Stadtteilinitiative „Leben und Wohnen in Dago“ Verantwortung zu übernehmen. In ihrem Plädoyer für mehr Bescheidenheit und Zurückhaltung beim Umgang mit den natürlichen Vorzügen des Marburger Umlands weisen sie verständlicherweise darauf hin, dass es nicht angeht, mit der dörflichen Idylle zu werben – und gleichzeitig Großveranstaltungen im Sinne eines Eventtourismus durchzuführen. Die damit konfrontierten Anwohner waren in die Planspiele der Investoren nie einbezogen worden. Unvermutet mussten sie die Schattenseiten der Entwicklung in Kauf nehmen, denn in „Dagobertshausen ist im Durchschnitt an jedem zweiten Abend des Jahres Party – mit steigender Tendenz“ (S. 41). Dabei wird das Erlebnis-Angebot ständig erweitert, etwa durch ein mit immer mehr Wohlfühl-Gastronomie aufgeladenes, „nicht enden wollendes Weihnachten“ und einen „Adventsmarkt“, der 2019 taktloserweise am Totensonntag abgehalten wurde (S. 34 f.).

Angesichts dieser Belastungen für die Anwohner sprechen sich Göbel-Lehnert und Rautenberg dafür aus, den „ungebremsten Veranstaltungs- und Tourismusboom“ einzuhegen (S. 51, 55). Ende 2019 kamen sie diesem Ziel einen Schritt näher, als der Ortsbeirat ein neues Pohl’sches Expansionsprojekt, das den Dorfkern völlig verändert hätte, ablehnte. Doch ist das Bauvorhaben damit nicht vom Tisch, die städtische Baubehörde darf sich über dieses Votum hinwegsetzen. Dies verheißt nichts Gutes, da die gleiche Behörde über Jahre hinweg die Folgen ihrer Genehmigungspraxis verkannt hat. „Die Politik verschanzt sich“ unterdessen „hinter der Verwaltung“ (S. 81), der zuständige Dezernent gehört einer Partei an, die von der Pohl’schen DVAG mit generösen Spenden unterstützt wird. Dauerhafter Erfolg ist somit eher von der Hilfestellung eines Anwalts für Verwaltungsrecht zu erwarten. Um dem „rücksichtslosen Gebaren der örtlichen Unternehmen“ wirksam entgegenzutreten, sah sich die Stadtteilinitiative „in eine (teure) rechtliche Auseinandersetzung gezwungen“ (S. 81, 112, 118).

Im Anhang sind einige Zeitungsbeiträge aus der Lokalzeitung Oberhessische Presse abgedruckt, in denen Betroffene ihre Position darlegen, sowie zwei Anfang 2020 an den Magistrat gerichtete Anfragen der Marburger Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen und der Partei Die Linke.
Bei der juristischen Verteidigung ihres Wohnorts gegen die „rein kommerziellen Interessen der hier nicht lebenden Investorenfamilie“ (S. 134) ist den in der Stadtteilinitiative Engagierten Glück zu wünschen. Und zwar nicht nur um deren Wohlergehen willen. Göbel-Lehnert und Rautenberg machen wiederholt deutlich, dass die Entwicklung von Dagobertshausen zu einem ausverkauften Dorf, das zum Spielfeld finanzkräftiger Investoren geworden ist, keinen Einzelfall darstellt.

 

Klaus-Peter Friedrich (Marburg)



Linke: Kein Ausbau der Eventindustrie in Dagobertshausen - CDU reagiert allergisch auf Erwähnung von DVAG-Parteispenden

Bericht aus der Marburger Stadtverordnetenversammlung (StVV) vom 28. August 2020

Geheimprojekt: Bauantrag Umnutzung des ehemaligen Mengel-Hofes in einen großen Hotel-, Restaurant- und Konferenzkomplex

 

Ausführliche Berichterstattung siehe Ordner Politik & Verwaltung

 

Änderungsantrag von Bündnis 90/Die Grünen zum Hotelkomplex Hof Mengel bzw. zur Einführung einer Bauleitplanung für den Ortskern von Dagobertshausen leider abgelehnt

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Stellungnahme des Magistrats zur Großen Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen betr.: Beurteilung der angestrebten Erweiterungrung des Hofguts Dagobertshausen
Und unsere Kommentierungen dazu
Kommentierung z. Stellungnahme des Magis
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Ausführliche Berichterstattung siehe Ordner Politik & Verwaltung

 



04.06.2020: Geheimprojekt: Neue Stall-Anlage

Ausführliche Berichterstattung siehe Ordner Politik & Verwaltung



08.04.2020: Sachstand juristische Auseinandersetzung:

Zur rechtlichen Auseinandersetzung

 

Bislang mussten wir feststellen, dass die Stadt Marburg unseren eingelegten Widersprüchen nicht abhelfen will. Das beobachtbare Verwaltungshandeln – geprägt von Intransparenz, Verzögerungstaktiken und unnötigen Bearbeitungsschleifen – ist bei permanenter anwaltlicher Unterstützung vor allem auch finanziell sehr aufwändig und in den Gesamtkosten kaum für die Zukunft kalkulierbar.

Die nunmehr einjährige fachjuristische Unterstützung hat grundlegende und wichtige Erkenntnisse und Erfahrungen geliefert, die uns nunmehr in die Lage versetzten, die juristische Auseinandersetzung eigenständig fortzuführen. Den notwendigen Einzelwiderspruch gegen den Hotkomplex Mengel-Hof und ggf. eine Klage vor dem Verwaltungsgericht können wir – auch nach Einschätzung unseres bisherigen Anwalts – nunmehr ohne permanente anwaltliche Betreuung unter Zuhilfenahme gelegentlich notwendig werdender juristischer Beratung eigenständig anfertigen und einlegen.

Die dankenswerter Weise bis dahin eingegangen Spenden zur Unterstützung der rechtlichen Auseinandersetzung waren sehr hilfreich. Sie sind aber zusammen mit unseren eigenen Aufwendungen aktuell aufgebraucht. Für die künftige, nunmehr nur noch sporadisch beabsichtigte rechtliche Beratung und ggf. anfallende Gerichtskosten etc. werden jedoch weitere finanzielle Aufwendungen anfallen; insofern wären wir für einschlägige Spenden auch weiterhin dankbar.

Aufgrund der oben skizzierten Gesamtsituation haben wir uns mithin entschieden, dass wir die Verfahren - bis auf Weiteres - in Eigenregie weiter verfolgen; die Stadt Marburg wurde diesbezüglich seitens des bislang für uns tätigen Rechtsanwalts und durch uns selbst informiert.

 

Weitere Information zur rechtlichen Auseinandersetzung siehe Ordner Politik & Verwaltung

 



Mediation

19.03.2020: Stadt zieht ihr Mediations-Angebot überraschend wieder zurück

25.02.2020: Stadt bietet Mediationsverfahren im Stadtteil Dagobertshausen an; 02.03.2020: Stadtteilinitiative stimmt der Mediation und den von der Stadt formulierten Voraussetzungen zu und formuliert zusätzliche Anregungen

Ausführliche Berichterstattung dazu siehe Ordner Politik & Verwaltung



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